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NANO.WIKI

Physik verstehen. Messdaten bestätigen.

Eine rund einen Millimeter dünne Beschichtung als Wärmeschutz klingt zunächst ungewöhnlich. Deshalb möchten wir nicht verlangen, dass man uns einfach glaubt. Das NANO.WIKI erklärt die physikalischen Eigenschaften des Systems, zeigt die dazugehörigen technischen Nachweise und legt offen, was an vollständigen Bauteilen tatsächlich gemessen wurde.

Aufgeschnittene hohle Keramik-Nanosphäre zwischen weiteren Sphären: Wärmestrahlung wird an der Oberfläche zurückgeworfen, die Wärmeleitung nimmt einen längeren Weg um die Hohlräume.

Einfach erklärt

Wärme bewegt sich auf drei Wegen an einer Fassade. Die Nanofassadendämmung setzt jedem etwas entgegen — an drei verschiedenen Stellen. Es gibt deshalb nicht die eine Barriere, sondern drei.

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    Die Sonne trifft auf die Wand

    Im Sommer fällt Sonnenstrahlung auf die Fassade. Eine gewöhnliche Oberfläche nimmt einen großen Teil davon auf und wird warm; diese Wärme wandert anschließend nach innen weiter. Die Abschlussschicht wirft den größten Teil der Strahlung zurück, bevor sie überhaupt aufgenommen wird.

    Die Barriere ist hier die Oberfläche selbst. Sonnenenergie, die zurückgeworfen wird, muss gar nicht erst gedämmt werden.

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    Die Wand gibt Wärme ab

    Jede Fläche, die wärmer ist als ihre Umgebung, strahlt Wärme ab — ohne Wind, auch im Dunkeln. Wie viel das ist, hängt nicht allein von der Temperatur ab, sondern von der Beschaffenheit der Oberfläche. Für die Außenoberfläche der Nanofassadendämmung wird ein ungewöhnlich niedriger Wert dafür ausgewiesen.

    Die Barriere ist wieder die Oberfläche, nur in der anderen Richtung: Sie strahlt weniger ab als viele übliche Fassadenoberflächen.

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    Wärme wandert durch das Material

    In einem massiven Stoff liegt Teilchen an Teilchen. Wärme wandert von einem zum nächsten, auf kurzem, durchgehendem Weg — das ist Wärmeleitung. Die Beschichtung ist nicht massiv: Sie ist dicht gefüllt mit hohlen Keramikkügelchen, und zwischen ihnen gibt es keinen durchgehenden Feststoff mehr.

    Hier ist die Barriere keine Fläche, sondern ein Umweg. Die Wärme muss jeden Hohlraum umgehen, unzählige Male hintereinander. Der Weg wird länger — und schmaler.

Drei Wege, drei Stellen — und keine davon ist eine dicke Schicht. Genau deshalb lässt sich die Wirkung nicht an der Dicke ablesen.

Messdaten bestätigen

Jeder Wirkbereich steht für sich: mit seinem Kennwert, seinem Beleg — und mit dem, was er nicht zeigt.

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Wärmeleitbegrenzung

Die Materialstruktur der Funktions- und der Abschlussschicht begrenzt den Wärmetransport innerhalb des Beschichtungssystems.

Belegt

Beide Beschichtungsschichten enthalten keramische Hohlkörper und sind funktionale Bestandteile des Systems — die Abschlussschicht ist keine bloße Schutzlage. Die Funktionsschicht übernimmt dabei den stärkeren Anteil der Wärmeleitbegrenzung; die Abschlussschicht ergänzt diese Wirkung und bildet zugleich die reflektierende, UV- und witterungsbeständige Außenoberfläche.

Kennwerte

  • λ 0,000120 W/(m·K) Funktionsschicht Quelle: Herstellererklärung – Wärmeleitfähigkeit (Lambda) je Schichttyp · Stand 1.0, 10.07.2026 · Verfahren: PN-EN 1745 Beleg ansehen →
  • λ 0,000416 W/(m·K) Abschlussschicht Quelle: Herstellererklärung – Wärmeleitfähigkeit (Lambda) je Schichttyp · Stand 1.0, 10.07.2026 · Verfahren: PN-EN 1745 Beleg ansehen →

Was das zeigt

  • Beide Schichten sind thermisch wirksam.
  • Die Funktionsschicht besitzt den stärkeren wärmeleitbegrenzenden Effekt.
  • Für beide Schichttypen weist der Hersteller je einen eigenen Lambda-Systemwert aus.

Was es nicht zeigt

  • Dass jeder Wandaufbau denselben U-Wert erreicht.
  • Dass die Lambda-Werte klassische Materialkennwerte eines homogenen Dämmstoffs sind — der Hersteller führt sie als schichttypabhängige Systemwerte.
  • Dass die Beschichtung eine bestimmte Dicke eines Dämmstoffsystems ersetzt.
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Oberfläche und Wärmestrahlung

Die Beschichtung verändert die Strahlungseigenschaften der Außenoberfläche und beeinflusst damit einen Teil des Wärmeaustauschs mit der Umgebung.

Teils belegt

An jeder Außenoberfläche tauscht eine Fassade Wärme mit ihrer Umgebung aus — über Luftbewegung und über Wärmestrahlung. Die Luftbewegung bestimmen vor allem Wind und Wetter; die Strahlungseigenschaften dagegen hängen unmittelbar von der Oberfläche ab. Für die Nanofassadendämmung wird ein niedriger Emissionsgrad ausgewiesen. Dadurch unterscheidet sich ihr Verhalten gegenüber langwelliger Wärmestrahlung von vielen üblichen Fassadenoberflächen.

Offen und ausdrücklich nicht behauptet: Ein eigenständiger, nennenswerter Einfluss der Beschichtung auf die Luftbewegung an der Oberfläche ist bislang nicht quantitativ nachgewiesen. Dokumentiert ist der Strahlungsanteil, nicht der gesamte Wärmeübergang.

Kennwerte

  • ε 0,08 Außenoberfläche Quelle: Technische Information für Energieberater Der Nachweis liegt bislang nicht öffentlich vor.

Was das zeigt

  • Die Oberfläche besitzt einen dokumentierten, ungewöhnlich niedrigen Emissionsgrad.
  • Das verändert den Strahlungsaustausch zwischen Fassade und Umgebung.

Was es nicht zeigt

  • Dass die Beschichtung die Luftbewegung an der Fassade beeinflusst.
  • Dass der gesamte Wärmeübergang an der Oberfläche um einen bestimmten Anteil sinkt.
  • Dass der Emissionsgrad dasselbe wäre wie die Sonnenreflexion — es sind zwei verschiedene Strahlungsbereiche.
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Wärmereflexion

Die Außenoberfläche reflektiert einen hohen Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung. Dadurch nimmt die Fassade weniger Sonnenenergie auf.

Belegt

Trifft Sonnenstrahlung auf eine Fassade, wird ein Teil reflektiert und ein Teil von der Oberfläche aufgenommen. Der aufgenommene Anteil erwärmt die Fassade und kann anschließend als Wärme in das Bauteil weitergegeben werden. Die Abschlussschicht wirft einen hohen Anteil bereits an der Oberfläche zurück — Sonnenenergie, die gar nicht erst in der Wand ankommt, muss auch nicht gedämmt werden. Gemeint ist dabei ausschließlich die von außen einfallende Sonnenenergie.

Kennwerte

  • TSR 92 % Abschlussschicht Quelle: CE-Kennzeichnung PSC 250 T · Stand 04/2026 · Verfahren: Hotbox, TÜV-bestätigt Beleg ansehen →

Was das zeigt

  • Ein hoher Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung wird reflektiert.
  • Dadurch wird die solare Erwärmung der Fassadenoberfläche begrenzt.
  • Das ist vor allem für den sommerlichen Wärmeschutz von Bedeutung.

Was es nicht zeigt

  • Dass 92 % der Wärme eines Gebäudes zurückgehalten werden — der Wert beschreibt die Reflexion der Sonnenstrahlung.
  • Dass sich daraus ein bestimmter Kühl- oder Heizenergiebedarf ableiten lässt.
  • Dass der Wert für jeden Farbton gilt — das ist noch zu belegen.
  • Dass die Reflexion den winterlichen Wärmeverlust von innen nach außen verringert.
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Gesamtwirkung am Bauteil

An einer realen historischen Massivwand wurde über knapp zwölf Stunden ein sehr niedriger Wärmedurchgang ermittelt.

Am Bauteil gemessen

Die drei Wirkbereiche erklären, warum die Beschichtung thermisch wirken kann. Entscheidend ist aber, was an der fertigen Wand ankommt — und das lässt sich nicht errechnen, indem man die einzelnen Eigenschaften addiert. Bei einer kontinuierlichen Messung an einer bewohnten historischen Massivwand mit rund 0,5 mm Beschichtung wurden 42.978 Datensätze über 11 h 57 min aufgezeichnet. Im stabilen Auswertefenster von 01:15–03:15 Uhr lag der ermittelte U-Wert im Mittel bei 0,140 W/(m²K); über die gesamte spätere Messphase bei 0,195 W/(m²K).

Kennwerte

  • U 0,140 W/(m²K) historische Massivwand, Messfenster 01:15–03:15 Uhr Quelle: In-situ-Messung PSC-U-2026-001, Testo 635-2 · Stand 06./07.09.2026 · Verfahren: In-situ-Ermittlung mit Testo 635-2 und U-Wert-Kit Beleg ansehen →

Was das zeigt

  • Am untersuchten Bauteil wurde unter dokumentierten Bedingungen ein sehr niedriger Wärmedurchgang ermittelt.
  • Der Wert stammt nicht aus einem einzelnen Ablesewert, sondern aus einem vollständigen Messverlauf.
  • Ein erkannter Messfehler zu Beginn wurde dokumentiert und aus der Auswertung ausgeschlossen.

Was es nicht zeigt

  • Dass jede mit Nanofassadendämmung behandelte Wand diesen U-Wert erreicht — der Wert gilt für dieses Bauteil unter diesen Bedingungen.
  • Dass die Messung eine akkreditierte Laborprüfung oder eine bauaufsichtliche Bewertung ersetzt.
  • Dass sich daraus ein Energieverbrauch eines Gebäudes ableiten lässt — dafür kommen Nutzung, Anlagentechnik und Klima hinzu.

Transparenz gehört zum Beweis.

Gut dokumentiert

  • Thermische Funktion beider Beschichtungsschichten
  • Lambda-Systemwerte je Schichttyp
  • Emissionsgrad der Außenoberfläche
  • Gesamtsonnenreflexion
  • In-situ-Ermittlung des U-Werts an einem realen Bauteil

Wird weiter untersucht

  • Welchen Anteil der Oberflächeneffekt an der Gesamtwirkung hat
  • Ob die Beschichtung die Luftbewegung an der Fassade beeinflusst
  • Übertragbarkeit auf andere Wandaufbauten
  • Direkte Langzeitmessung des Wärmestroms
  • Vergleich einer behandelten mit einer unbehandelten Fläche unter gleichen Bedingungen

Das NANO.WIKI wird mit jeder neuen Messung erweitert.

In Vorbereitung

Nächster Nachweis: Langzeitmessung des Wärmestroms

Im Winter 2026/27 soll die Beweiskette um eine direkte Langzeitmessung ergänzt werden. Geplant sind kontinuierliche Messungen behandelter Wandflächen und — soweit am jeweiligen Objekt möglich — parallele Referenzmessungen unbehandelter Bereiche. Rohdaten, Messbedingungen und Auswertung werden anschließend veröffentlicht.

Welches Ergebnis dabei herauskommt, sagen wir vorher nicht zu. Gemessen wird, was gemessen wird.

Die Unterlagen im Original

Diese Seite erklärt. Die Dokumente dahinter — Leistungserklärungen, Herstellererklärungen, technische Datenblätter, Messberichte und Rohdaten — liegen vollständig in NANO.DOCS.

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